Es ist inzwischen zu einer Tradition geworden, dass Tom Cunningham's
"Songwriters-in-the-Round" im Multikulturellem Centrum in
Templin gastiert und so sollte es auch dieses Jahr wieder stattfinden.
Auf Grund Toms Erkrankung baten wir Uwe Kolberg stellvertretend als
Gastgeber die Show zu leiten. Wie erwartet war er eine gute Wahl. Er
hatte nicht nur Heimvorteile, nein, durch Uwe war Tom irgendwie präsent
und keiner hätte es besser machen können. Die Stimmung stieg
allmählich und hielt konstant an. Es war eine unglaubliche Leistung
jedes Einzelnen und doch war es auch eine Session, denn keiner konnte
lange untätig da sitzen. Auffällig war die Überzahl an
deutschsprachiger Musik, welche ja z. Zt. groß im Kommen ist.
Es sollte in viel ver sprechender Abend werden.
Zu den Featured Writers:
Uwe
Kolberg, der Gastgeber an diesem Abend, brachte echt
Höchstleistung. Er führte nicht nur genial durch das Programm,
nein, er war auch musikalisch auf der Höhe, und das trotz Erkältung.
Uwe rockte, überzeugte mit "Du bist mein Leben" und vor
allem mit "In diesem Augenblick", wo er beschreibt, wie wichtig
jeder Augenblick ist, der Moment ist alles, was zählt. In Gedanken
waren alle bei Tom.
Bei "Einfach so" wurde Uwe überraschend von "Hans
die Geige" begleitet, er gastierte gerade in Templin
und verschwand leider auch schon wieder in der Pause zu seinem eigenen
Konzert. Hans die Geige mischte sich aus dem Hintergrund auch gerne
mal bei Shannon und Anny ein, das war Klasse.
Shannon
Callahan, sie war echt sehr bescheiden und überzeugte
dann aber mit Stimme, und was für einer.
Obwohl sie lieber weiter erfürchtig und versunken den anderen nur
gelauscht hätte, spielte sie ihre einfühlsamen Songs mit Gänsehautfeeling.
Ihre Musik ging unter die Haut. Mal laut, mal leise, mal hoch, mal tief.
Sie hatte es einfach drauf. Shannon, vorrangig mit Band unterwegs, hat
die Akustikmusik wieder entdeckt und lebt sie aus. Das spürte man
und das Publikum wurde mitgerissen.

Tino Eisbrenner mit seinem Gitarristen André
Drechsler, ja die beiden sind ein perfektes Gespann
und leben ihre Freundschaft in der Musik voll aus. Das Stimmungsbarometer
stieg erheblich, wenn Tino an der Reihe war.
Sein großer Einstieg erfolgte mit dem Hit aus "Jessica"-Zeiten
"Ich beobachte dich". Er ist musikalisch ein großes
Talent und vielseitig obendrein. So holte er immer ein neues Instrument
raus, um sich oder andere zu begleiten, und es passte immer! Er setzte
immer noch einen drauf: nie wusste man mit Sicherheit ob das Lied zu
Ende ist, er steigerte die Spannung erheblich und wie sagte Uwe Kolberg
so schön: "Hier wird nicht nur Musik gemacht sondern auch
gelebt." Jawohl, es war einfach großartig.

Regy
Clasen aus Hamburg, eine deutsche Soulsängerin,
fing die Stimmung wieder auf ihre Art ein und präsentierte die
vorrangig tiefgründigen, ruhigen Songs. "Ergib dich"
forderte sie und mit "So gerne" will sie eigentlich nicht
zum Fremdgehen anstiften, sie hinterfragt einfach nur: "Wie viel
Glück steht einem zu?"
"Da werde ich sein" widmete sie ausschließlich an diesem
Abend Tom mit dem Hinweis, dass er nicht allein ist und viele in Gedanken
bei ihm sind. Ich glaube, jeder hat sich in einem ihrer Songs mal angesprochen
gefühlt.
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Dann war da ja noch der 5. Stuhl. Dieser wurde an diesem
Abend vielseitig vergeben:

Als erstes wurde er von Beppo Pohlmann
eingenommen, einer der legendären Gebrüder
Blattschuss, dem wir den Hit "Kreuzberger Nächte sind lang"
verdanken. Beppo gab einen vorweihnachtlichen Song zum Besten: "Weihnachten
gibt`s nur einmal im Jahr. Die Lacher hatte er auf seiner Seite und
es wurde kräftig mitgesungen.
Anny
Elstermann, 17 Jahre jung, aus Lychen (also gleich um
die Ecke) war keine Unbekannte mehr. Sie sang einen teif greifenden
Song, den sie ihrem Cousin gewidmet hat. Begleitet wurde sie von Uwe
Kolberg auf dem Piano. Nach der Pause hatte sie noch einmal die Gelegenheit
und sang "You are" das erste Mal vor Publikum, Premiere eindeutig
bestanden. Ich glaube, wir werden noch viel von Anny zu hören bekommen.

Roman Hefner ist auch extra für einen Song aus
Berlin (wie Beppo) angereist. Er bot deutschen Rock am Piano und überzeugte
mit dem Song: "Sofia". Tolles Klavierspiel und eine wunderbare
Stimme. Ich war begeistert.
Andreas
Lawrenz aus Klosta Zinna war "zufällig"
in der Gegend und spielte einen Song, den er selber in Richtung German-Folk-Punk
einstufte. Jawohl, das war punkig: "Fetisch Geld". Die Ohren
waren frei geputzt.
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Ganz groß lobend erwähnen muss ich noch, dass
Uwe Kolberg den traditionellen
Abschluss-Song von Tom "The Present"
perfekt hinbekommen hat, das hat noch keiner außer Tom geschafft.
Begleitet wurde er wieder durch den Popchor
des Jugendhauses "Villa" aus Templin, den
er übrigens leitet. Es war ein krönender Abschluss.
Aber das sollte es noch nicht gewesen sein. Es wurde um eine Zugabe
gekämpft und schnell hatte man sich (Uwe und Tino) geeinigt und
bot "Every breath you take"
von Police, das war ein Hammer, Tom hätte seine
Freude daran gehabt.




Das war eine runde Sache, ein stimmungsgeladenener Abend
wieder voller Überraschungen. Ich denke, jeder ist auf seine Kosten
gekommen und es lohnt sich auf jeden Fall, auch im nächsten Jahr
wieder dabei zu sein. Templin, wir kommen wieder, und im nächsten
Herbst hoffentlich wieder mit Tom Cunningham persönlich.
Ein
großes "Dankeschön" an Kathrin
Frese vom Multikulturellen Centrum und ihr Team. Es
ist nämlich nicht unbedingt einfach, einen Kinosaal in solch einen
gemütlichen Raum zu verwandeln. Dank auch an Jackie
Lehmann an der Technik, das war ein super Sound, und
an Rauschi, der zwar hauptsächlich
wieder zum Schnaps trinken verleitete, aber auch den Merchandise-Stand
bediente.
©Bericht und Fotos 2005: Ariane Schneider-Müllenstädt